Beschreibung
Der Warzige Drüsling (Exidia nigricans) ist ein gallertartiger Pilz mit schwarzen, glänzenden, gefalteten Fruchtkörpern, meist wenige Zentimeter groß. Junge Fruchtkörper sind gräulich und rund oder becherförmig; mit dem Alter werden sie runzelig wie ein Gehirn. Benachbarte Fruchtkörper verschmelzen zu unregelmäßigen schwarzen Gruppen, die wie eine ausgegossene Masse aussehen. Trocken werden sie hart und schrumpfen, nach Regen quellen sie wieder auf.
Er wächst das ganze Jahr über und ist bei feuchtem Wetter am besten sichtbar. Er kommt an toten Ästen von Laubbäumen vor, oft noch anhaftend, in verschiedenen Waldtypen. In Polen ist er häufig.
Von ähnlichen Gallertpilzen unterscheidet man ihn durch die zu größeren Gruppen verschmelzenden Fruchtkörper und durch die fein warzige Oberfläche. Exidia pithya wächst auf Nadelbäumen, und Exidia glandulosa bildet einzelne, stachelige Fruchtkörper. Diese Arten sind einander sehr ähnlich, und ihre Unterscheidung kann schwierig sein.
Bestimmungsmerkmale
- Hut
- Kein typischer Hut; der Fruchtkörper ist gallertartig, zuerst grau, kugelig oder becherförmig, bis etwa 5 cm breit, später gehirnartig gefaltet. Die Oberseite ist fein punktiert oder warzig, glänzend und dunkel: graubraun, sepiafarben bis schwarz. Benachbarte Fruchtkörper verschmelzen zu ausgebreiteten, unregelmäßigen Gruppen von bis zu etwa 30 cm. Jeder Fruchtkörper ist mit seiner Basis am Substrat befestigt. Nass ist er weich und durchscheinend-gallertartig; getrocknet wird er hart und krustenartig und quillt bei Befeuchtung wieder auf.
- Hymenophor (Hutunterseite)
- Keine Lamellen, Röhren oder Stacheln; die sporentragende Schicht (Hymenium) bedeckt die obere, gefaltete Oberfläche des Fruchtkörpers.
- Stiel
- Kein Stiel; der Fruchtkörper ist sitzend und mit seiner Basis am Holz befestigt.
- Fleisch
- Schwärzlich bis bräunlich, durchscheinend, gallertartig, geruchlos. Nicht probieren.
- Sporenpulver und Sporen
- Sporenpulverfarbe: keine Angaben. Sporen zylindrisch, gekrümmt (wurstförmig), glatt, etwa 8–23 × 3–7 µm (die Beschreibungen nennen unterschiedliche Bereiche).
Lebensraum und Verbreitung
Ökologie. Ein Saprotroph, der totes Holz zersetzt; meist an noch anhaftenden toten Ästen von Laubbäumen, seltener von Nadelbäumen. Er hält sich auch einige Zeit auf abgefallenen Ästen und Stämmen.
Verbreitung. Europa (im Norden bis etwa 55,7° Breite) und Neuseeland; sein Vorkommen in Nordamerika ist unsicher. In Mitteleuropa und in Polen häufig. Er kommt in verschiedenen Waldtypen vor, häufiger im Flachland; in den polnischen Bergen erreicht er etwa 1000 m ü. d. M. In Polen ist er nicht gesetzlich geschützt.
Fruchtkörperbildung. Die Fruchtkörper erscheinen das ganze Jahr über, besonders bei feuchtem Wetter.
Womit kann man ihn verwechseln?
- Exidia pithya (polnisch: kisielnica smołowata) — Die Fruchtkörper sind ebenfalls schwarz und gallertartig, aber kleiner und flach; er wächst fast ausschließlich auf Nadelbäumen.
- Drüsiger Zitterling Exidia glandulosa (polnisch: kisielnica trzoneczkowa) — Die Fruchtkörper stehen einzeln, sind tonnen- oder untertassenförmig und verschmelzen selten; die Außenseite ist mit Stacheln bedeckt.
- Exidia friesiana — Oberfläche glatt, ohne Warzen; wächst nur auf Nadelbäumen.
- Abgestutzter Drüsling Exidia truncata — Bildet einzelne, kegelförmige Fruchtkörper, die selten verschmelzen.
Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.
Wissenswertes
- Im deutschen Volksmund heißt der Pilz Schwarzer Drüsling, weil sein Fruchtkörper glänzend schwarz ist und eine gallertartige, leicht drüsig-wulstige Oberfläche hat.
- In Deutschland wächst er ganzjährig an abgestorbenen, oft noch hängenden Laubholzästen, besonders sichtbar bei feuchtem Wetter, wenn die eingetrockneten Fruchtkörper wieder aufquellen.
- Der Schwarze Drüsling gilt in Deutschland als nicht gefährdet und steht nicht unter besonderem Schutz.
Häufige Fragen
Wann wächst Warziger Drüsling?
Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: Februar – Juli; die meisten Funde fallen in Dezember.
Wo wächst Warziger Drüsling?
Ein Saprotroph, der totes Holz zersetzt; meist an noch anhaftenden toten Ästen von Laubbäumen, seltener von Nadelbäumen. Er hält sich auch einige Zeit auf abgefallenen Ästen und Stämmen.
In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.