Ein Mykologe vergleicht einen Steinpilz mit den Abbildungen in einem Pilzatlas, während die Expertin erklärt

Tongrauer Tränen-Fälbling

Hebeloma crustuliniforme · Familie Hymenogastraceae

⚠ Giftig
Giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.

Beschreibung

Der Hebeloma crustuliniforme ist ein häufiger Pilz mit einem cremefarbenen, ockerfarbenen oder rostgelben Hut, der meist 4–8 cm Durchmesser hat, glatt und bei Regen schmierig ist. Er hat gedrängte, graubraune Lamellen, die sich bei feuchtem Wetter mit Tröpfchen bedecken, und einen zylindrischen, faserigen Stiel ohne Ring. Das Fleisch riecht nach Rettich und schmeckt meist bitter.

Er wächst von Mai bis November unter Birken, Eichen und Buchen, in Laub- und Nadelwäldern, aber auch in Parks, Gärten und an Straßen. In Polen ist er sehr häufig.

Er ist giftig und nicht zum Essen geeignet; er verursacht Magen-Darm-Beschwerden. Vorsicht beim Sammeln blasser Pilze mit braunen Lamellen und Rettichgeruch.

Bestimmungsmerkmale

Hut
Durchmesser 4–8 cm (Beschreibungen geben 3–11 cm an), ausnahmsweise bis zu 10 cm. Jung halbkugelig oder glockenförmig mit eingerolltem Rand, dann abgeflacht, wellig oder am Rand aufgebogen, in einigen Beschreibungen mit einem Buckel. Hutoberfläche glatt, cremefarben, ockerfarben, rotbraun oder rostgelb; bei feuchtem Wetter schmierig oder schleimig, bei trockenem Wetter nur leicht klebrig.
Hymenophor (Hutunterseite)
Lamellen gedrängt, schmal angewachsen oder ausgebuchtet (in einigen Beschreibungen auch „völlig frei“), mit unebenen Schneiden; jung blass, im Alter von grau-ockerfarben zu braun werdend. Bei feuchtem Wetter weinen sie: Auf den Schneiden erscheinen milchige oder klare Tröpfchen.
Stiel
Höhe 5–10 cm (Beschreibungen geben 4–13 cm an), Dicke 1–2 cm, zylindrisch, an der Basis verbreitert, Oberfläche faserig, im oberen Teil manchmal mit feinen Schuppen bedeckt. Kein Ring.
Fleisch
Cremeweiß, im unteren Teil des Stiels dunkler. Geruch nach Rettich, Geschmack meist bitter. Nicht probieren; niemals das Fleisch von Pilzen probieren, bei denen der Verdacht auf Giftigkeit besteht.
Sporenpulver und Sporen
Sporenpulver ockerbraun. Sporen zitronenförmig (einigen Beschreibungen zufolge elliptisch), fein warzig; Größe 3–9 × 5,5–7,5 µm (ein breiter Bereich, bedarf der Bestätigung).

Lebensraum und Verbreitung

Ökologie. Ein bodenbewohnender Mykorrhizapilz. Wächst in Laub- und Nadelwäldern sowie in Parks, Gärten, an Ufern und in ruderalen Lebensräumen (Straßenränder, Mülldeponien). Meidet sehr nasskalt-feuchte Lebensräume. Mykorrhizapartner: Sandbirke, Stieleiche, Traubeneiche, Rotbuche.

Verbreitung. Nord- und Mittelamerika, Europa, Australien, Japan und Korea (in 18 Ländern nachgewiesen). Sehr häufig in Mitteleuropa und in Polen. In Polen nicht gesetzlich geschützt.

Fruchtkörperbildung. Von Mai bis November (in milden Klimazonen, z. B. Kalifornien, auch im Winter).

Womit kann man ihn verwechseln?

  • Hebeloma radicosum (Wurzelnder Fälbling) — Ein deutlich wurzelnder Stiel, der aus faulem Holz wächst.
  • Hebeloma sinapizans (Senffälbling) — Ein viel größerer Hut, der in der Mitte dunkler gefärbt ist als am Rand.
  • Hebeloma insigne — Als ähnliche Art aufgeführt; detaillierte Unterschiede – keine Daten.

Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.

Wissenswertes

  • In Deutschland trägt die Art den volkstümlichen Namen Tränen-Fälbling, da ihre Lamellenschneiden bei feuchtem Wetter winzige Flüssigkeitströpfchen ausscheiden, die wie Tränen wirken.
  • Auf der bundesweiten Roten Liste Deutschlands gilt der Tonblasse Fälbling als ungefährdet, da er von den Küsten bis in die Mittelgebirge weit verbreitet und häufig anzutreffen ist.
Gribo beurteilt keine Essbarkeit. Eine Bestimmung per Foto – auch in der App – ersetzt keine Pilzsachverständigen.

Häufige Fragen

Wann wächst Tongrauer Tränen-Fälbling?

Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: August – Oktober; die meisten Funde fallen in Oktober.

Wo wächst Tongrauer Tränen-Fälbling?

Ein bodenbewohnender Mykorrhizapilz. Wächst in Laub- und Nadelwäldern sowie in Parks, Gärten, an Ufern und in ruderalen Lebensräumen (Straßenränder, Mülldeponien). Meidet sehr nasskalt-feuchte Lebensräume. Mykorrhizapartner: Sandbirke, Stieleiche, Traubeneiche, Rotbuche.

Ist Tongrauer Tränen-Fälbling giftig?

Ja – ein giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.

In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.