Ein Mykologe vergleicht einen Steinpilz mit den Abbildungen in einem Pilzatlas, während die Expertin erklärt

Parasitischer Röhrling

Pseudoboletus parasiticus · Familie Boletaceae · weitere Namen: Schmarotzerröhrling, Schmarotzer-Röhrling

◆ Geschützt
In Polen geschützte Art. Nicht sammeln – lass sie im Wald und mach ein Foto.

Beschreibung

Der Schmarotzer-Röhrling ist ein kleiner Pilz mit einem Hut von 2–6 cm Durchmesser, trocken, wildlederartig, matt gelb bis olivbraun, bei trockenem Wetter in kleine Felder aufgerissen. Die Unterseite besteht aus gelben Röhren, die mit dem Alter olivbraun werden, und der Stiel ist gelb, oft gebogen und zur Basis hin verjüngt. Das Fleisch ist gelblich und verfärbt sich beim Anschneiden leicht blau.

Am leichtesten erkennt man ihn an seinem Wuchsort: ausschließlich auf Fruchtkörpern des Dickschaligen Kartoffelbovists, meist mehrere zusammen aus einem einzigen Kartoffelbovist, auf sauren Sand- und Torfböden. In Polen ist er selten und teilweise geschützt, daher sollte er nicht gesammelt werden.

Eine Verwechslung mit dem Rotfußröhrling ist nur scheinbar, da dieser auf dem Boden wächst und nicht auf einem Kartoffelbovist.

Bestimmungsmerkmale

Hut
Durchmesser 2–6 cm; in der Jugend halbkugelig, später polsterförmig, schließlich abgeflacht. Oberfläche trocken, wildlederartig, gefärbt von matt gelb über grünlich ocker bis olivbraun oder gelbbraun; bei trockenem Wetter reißt sie manchmal in kleine Felder auf.
Hymenophor (Hutunterseite)
Röhren angewachsen oder leicht herablaufend, eckig; in der Jugend gelb, später bräunlich olivfarben oder bräunlich gelb.
Stiel
Höhe 3–7 cm, Dicke 0,4–2 cm. Voll, gelb bis gelbbraun oder oliv, mit faseriger Struktur; zur Basis hin verjüngt und meist stark gebogen.
Fleisch
Gelblich, über den Röhren zitronengelb, im unteren Teil des Stiels bräunlich; beim Anschneiden leicht blauend. Geschmack mild, Geruch pilzartig. Das Fleisch nicht probieren.
Sporenpulver und Sporen
Sporenpulver dunkel oliv bis olivbraun. Sporen eiförmig-spindelig, blassgelb bis honiggelb, 12–18 × 4,5–6 µm.

Lebensraum und Verbreitung

Ökologie. Ein Parasit auf Fruchtkörpern des Dickschaligen Kartoffelbovists (Scleroderma citrinum); aus einem einzelnen Fruchtkörper des Kartoffelbovists wachsen meist 1–5 Fruchtkörper des Röhrlings. Er wächst in verschiedenen Arten von Laubwald, manchmal auch außerhalb von Wäldern, ausschließlich auf sauren Torf- und Sandböden.

Verbreitung. Europa und der Osten Nordamerikas. In Polen selten: Bis 2020 wurden etwa 150 Fundorte gemeldet; in der Roten Liste der Pflanzen und Pilze Polens in der Kategorie R (selten) geführt. Er steht außerdem unter anderem auf den Roten Listen von Belgien, Dänemark, der Slowakei, Litauen und Deutschland. In Polen stand er in den Jahren 1983–2014 unter strengem Schutz und steht nun unter Teilschutz (Dz.U. 2014 Pos. 1408).

Fruchtkörperbildung. In Nordamerika von Juli bis September; in Polen liegen keine genauen Daten vor (wahrscheinlich Sommer bis Frühherbst).

Womit kann man ihn verwechseln?

  • Xerocomus subtomentosus (Ziegenlippe; polnisch: podgrzybek zajączek) — Ähnlich im Aussehen, wächst aber als Mykorrhizapilz auf dem Boden und nicht auf Fruchtkörpern des Kartoffelbovists; allein der Wuchsort schließt eine Verwechslung praktisch aus.

Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.

Wissenswertes

  • Der Schmarotzer-Röhrling wächst in Deutschland ausschließlich auf Fruchtkörpern des Gemeinen Kartoffelbovists (Scleroderma citrinum), meist mehrere Pilze gleichzeitig aus einem einzigen Wirt. Daher stammt sein deutscher Name „Schmarotzer-Röhrling“, auch „Parasitischer Röhrling“ genannt.
  • Weil sein Wirt saure, sandige oder torfige Böden bevorzugt, findet man den Pilz in Deutschland vor allem in Kiefern- und Laubwäldern auf nährstoffarmen Sandböden, etwa im norddeutschen Tiefland. Er tritt dort nur sporadisch auf und wird häufig übersehen, solange man den Kartoffelbovist nicht genauer ansieht.
  • In Deutschland gilt der Schmarotzer-Röhrling als nicht häufig und steht auf regionalen Roten Listen. Wer ihn findet, sollte ihn deshalb stehen lassen und höchstens fotografieren.
Gribo beurteilt keine Essbarkeit. Eine Bestimmung per Foto – auch in der App – ersetzt keine Pilzsachverständigen.

Häufige Fragen

Wann wächst Parasitischer Röhrling?

Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: August – Oktober; die meisten Funde fallen in September.

Wo wächst Parasitischer Röhrling?

Ein Parasit auf Fruchtkörpern des Dickschaligen Kartoffelbovists (*Scleroderma citrinum*); aus einem einzelnen Fruchtkörper des Kartoffelbovists wachsen meist 1–5 Fruchtkörper des Röhrlings. Er wächst in verschiedenen Arten von Laubwald, manchmal auch außerhalb von Wäldern, ausschließlich auf sauren Torf- und Sandböden.

Ist Parasitischer Röhrling geschützt?

Ja, es ist eine in Polen geschützte Art – lass sie im Wald und mach nur ein Foto.

In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.