Beschreibung
Der Flaschenstäubling ist ein kleiner Bovist mit einem birnenförmigen oder keulenförmigen Fruchtkörper von 3–7 cm Höhe, der mit feinen, warzigen Stacheln bedeckt ist, die sich leicht abreiben lassen und ein netzartiges Muster auf der Haut hinterlassen. Jung ist er weiß, reif wird er braun und öffnet sich an der Spitze, wodurch eine Sporenwolke freigesetzt wird.
Er wächst vom Sommer bis zum Herbst in Wäldern, Dickichten, Wiesen und an Straßenrändern, einzeln oder in Gruppen. In Polen ist er sehr häufig.
Den Fruchtkörper immer der Länge nach aufschneiden, da junge Knollenblätterpilze im „Ei“-Stadium ihm ähneln können. Ein gelbes oder braunes Inneres bedeutet einen ungenießbaren Fruchtkörper.
Bestimmungsmerkmale
- Hut
- Eine gasteroide Art: kein Hut; Fruchtkörper keulenförmig oder birnenförmig, mit gerundeter oder höckeriger Oberseite, Höhe 3–10 cm, Breite 1,5–6 cm (Beschreibungen geben unterschiedliche Bereiche an). Oberfläche mit warzigen, leicht abfallenden Stacheln (körnig-stachelig, „perlig“), die beim Abreiben netzartige, runden Narben hinterlassen. Jung weiß, reif ocker bis braun und kahl. Der reife Fruchtkörper öffnet sich an der Spitze mit einer kleinen Pore (Ostiole), durch die die Sporen freigesetzt werden.
- Hymenophor (Hutunterseite)
- Keine Lamellen oder Röhren. Die Gleba (Sporenmasse) nimmt den oberen Teil des Fruchtkörpers ein: anfangs weiß und fest, dann gelb, oliv und grau-braun, schließlich pulverig. Der untere Teil ist die Subgleba, anfangs weiß, mit der Zeit hellbraun.
- Stiel
- Kein echter Stiel; der Fruchtkörper verjüngt sich zur Basis hin in einen breiten, stielartigen Teil (Subgleba) mit einer Columella.
- Fleisch
- Bei jungen Exemplaren ist die Gleba weiß, einheitlich und fest; mit der Reifung vergilbt sie und verwandelt sich in ein olivbraunes Pulver. Geschmack und Geruch mild, kaum aromatisch. Das Fleisch von unidentifizierten Pilzen nicht probieren.
- Sporenpulver und Sporen
- Sporenmasse oliv. Sporen kugelig, farblos oder blassgelb, schwach warzig (stachelig), 3–4,5 µm (Beschreibungen geben leicht unterschiedliche Bereiche an).
Lebensraum und Verbreitung
Ökologie. Terdizider Saprotroph, wächst in Wäldern, Dickichten, Wiesen, Rasenflächen und an Straßenrändern; manchmal an verrotteten Stümpfen. Einzeln, verstreut oder in Gruppen, auch in Hexenringen. Reichert Schwermetalle und Selen aus dem Boden an (Bioindikator).
Verbreitung. Eine kosmopolitische Art, beschrieben von fast allen Kontinenten, vom subarktischen Grönland bis zum subalpinen Island. In Polen sehr häufig. Nicht gesetzlich geschützt.
Fruchtkörperbildung. Vom Sommer bis zum Herbst.
Womit kann man ihn verwechseln?
- Lycoperdon nigrescens (polnisch: purchawka czarniawa) — Stacheln von Anfang an dunkel.
- Lycoperdon excipuliforme (der Beutelstäubling; polnisch: purchawka fiolowata) — Größer und grauer, Stacheln sternförmig; der obere Teil des reifen Fruchtkörpers zerfällt vollständig.
- Lycoperdon pyriforme — Keine ausgeprägten Stacheln; wächst auf Holz.
- Lycoperdon umbrinum — Stacheln hinterlassen beim Abreiben keine Narben, reife Gleba dunkelbraun bis purpurbraun, Basis mit violettem Schimmer.
- Junge Fruchtkörper von Knollenblätterpilzen (Amanita), im „Ei“-Stadium — Tödlich giftig. Beim Längsschnitt sind die Umrisse eines Hutes und Stiels sichtbar (beim Stäubling ein einheitlich weißes Inneres); Knollenblätterpilze haben normalerweise keine „Perlen“ oder raue Oberfläche.
- Scleroderma spp. (Kartoffelboviste) — Detaillierte Unterschiede – keine Daten; Kartoffelboviste haben bereits bei jungen Exemplaren ein dunkles Inneres.
Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.
Wissenswertes
- Der Begriff „Bovist“ geht im deutschen Sprachraum historisch auf Bezeichnungen für Blähungen zurück, weshalb der Pilz im Volksmund mancher Regionen früher derb als „Wolfsfurz“ bezeichnet wurde.
- In der bundesweiten Roten Liste Deutschlands wird der Flaschen-Stäubling als ungefährdet eingestuft und ist in hiesigen Wäldern von den Küsten bis in die Alpen weit verbreitet.
Häufige Fragen
Wann wächst Flaschen-Stäubling?
Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: August – November; die meisten Funde fallen in Oktober.
Wo wächst Flaschen-Stäubling?
Terdizider Saprotroph, wächst in Wäldern, Dickichten, Wiesen, Rasenflächen und an Straßenrändern; manchmal an verrotteten Stümpfen. Einzeln, verstreut oder in Gruppen, auch in Hexenringen. Reichert Schwermetalle und Selen aus dem Boden an (Bioindikator).
In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.