Ein Mykologe vergleicht einen Steinpilz mit den Abbildungen in einem Pilzatlas, während die Expertin erklärt

Wurzelnder Bitter-Röhrling

Caloboletus radicans · Familie Boletaceae

◆ Geschützt
In Polen geschützte Art. Nicht sammeln – lass sie im Wald und mach ein Foto.

Beschreibung

Der Wurzelnde Bitterröhrling ist ein großer, blasser Röhrling: Der Hut, meist 8–15 cm im Durchmesser (manchmal deutlich größer), ist schmutzigweiß, weißlich-grau oder grau-beige, wildlederartig und reißt oft auf. Die Poren sind zitronengelb und verfärben sich bei Berührung stark blau, ebenso das Fleisch beim Durchschneiden. Der Stiel ist gelb, weist nur im oberen Teil ein zartes Netz auf, verjüngt sich nach unten hin und wurzelt oft im Substrat.

Er wächst von Juli bis Oktober in warmen, sonnigen Laub- und Mischwäldern, unter Buchen, Eichen, Linden und Hasel, bevorzugt auf kalkhaltigem Boden. In Polen ist er selten und steht unter strengem Artenschutz, weshalb das Sammeln verboten ist.

Er wird manchmal mit Steinpilzen verwechselt, aber sein Fleisch verfärbt sich schnell blau und ist sehr bitter. Er ist ungenießbar, und nach dem Verzehr wurden heftiges Erbrechen und Durchfall, auch blutiger, verzeichnet. Nicht pflücken und nicht zerstören.

Bestimmungsmerkmale

Hut
Durchmesser 8–15 cm, bis zu 30 cm (Beschreibungen nennen 7,5–30 cm). Jung halbkugelig, dann etwas abgeflacht. Blasse Farbe: schmutzigweiß, weißlich-grau, cremefarben oder grau-beige. Huthaut wildlederartig, anfangs samtig, in der Mitte oft aufreißend.
Hymenophor (Hutunterseite)
Röhren lang (15–30 mm), ausgebuchtet angewachsen; jung blassgelb, dann zitronengelb, im Alter olivgelb. Poren klein, rund, zitronengelb; verfärben sich bei Berührung oder Beschädigung stark blau.
Stiel
Höhe 5–13 cm (Beschreibungen nennen verschiedene Bereiche), Dicke 3–4 cm; jung fassförmig, dann spindelförmig, in der Mitte verdickt, nach unten verengt und zugespitzt, im Substrat meist wurzelnd. Ockergelb, zitronengelb, im oberen Teil intensiv zitronengelb, nach unten hin blasser; verfärbt sich an beschädigten Stellen blau. Netzzeichnung zart, blassstrohfarben, nur im oberen Teil sichtbar (selten undeutlich). Keine rote Farbe.
Fleisch
Fest, blassgelb, im Hut heller, cremefarben bis strohfarben; verfärbt sich beim Durchschneiden sofort und deutlich blau. Geruch unangenehm, anfangs mild, später bitterlich. Geschmack intensiv bitter – nicht kosten.
Sporenpulver und Sporen
Sporenpulver olivbraun (Beschreibungen nennen auch olivenussbraun). Sporen glatt, ellipsoid bis spindelförmig; Größe 11,5–14 × 4–5,5 µm (nur in einigen Beschreibungen angegeben).

Lebensraum und Verbreitung

Ökologie. Ein Mykorrhizapilz (Ektomykorrhiza) mit vielen Laubbaumarten: Buche, Eiche, Hainbuche, Edelkastanie, Linde, Hasel. Wächst in Laub- und Mischwäldern an warmen und sonnigen Standorten; bevorzugt auf kalkhaltigem Boden, laut einigen Beschreibungen jedoch auch auf saurem Boden.

Verbreitung. Am zahlreichsten in Europa, hauptsächlich im südlichen Teil; isolierte Fundorte in China, Nordamerika und Afrika. Selten in Polen (bis 2020 vier historische und 31 aktuelle Fundorte). Die Art steht in Polen unter strengem Artenschutz (Gesetzblatt 2014, Position 1408); Rote Liste 2006: V (gefährdet), außerdem auf der Roten Liste in Norwegen. Häufig im Süden Englands.

Fruchtkörperbildung. Von Juli bis Oktober (in warmen Perioden des Sommers und Frühherbstes).

Womit kann man ihn verwechseln?

  • Boletus edulis (Steinpilz) — Das Fleisch des Steinpilzes verfärbt sich beim Durchschneiden nicht blau und ist nicht bitter; keine gelben Poren, die sich bei Berührung blau verfärben.
  • Caloboletus calopus (Schönfuß-Röhrling) — Stiel teilweise karminrot, ohne wurzelndes Ende; Fleisch verfärbt sich weniger stark blau. Ebenfalls ungenießbar.

Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.

Wissenswertes

  • Seinen deutschen Namen Wurzelnder Röhrling verdankt der Pilz der charakteristischen, tief im Boden sitzenden und wurzelartig verjüngten Stielbasis.
  • In Deutschland gilt der Pilz als wärmeliebende Art und wächst besonders gerne in naturnahen Parkanlagen, alten Friedhöfen und sonnigen Laubmischwäldern über Kalk.
  • Wegen seines weißlichen Hutes und der bläuenden Röhren wird er bei Funden in Deutschland bisweilen mit dem seltenen und geschützten Satans-Röhrling verwechselt.
Gribo beurteilt keine Essbarkeit. Eine Bestimmung per Foto – auch in der App – ersetzt keine Pilzsachverständigen.

Doppelgänger: Wurzelnder Bitter-Röhrling und ähnliche Arten

Häufige Fragen

Wann wächst Wurzelnder Bitter-Röhrling?

Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: Juli – September; die meisten Funde fallen in August.

Wo wächst Wurzelnder Bitter-Röhrling?

Ein Mykorrhizapilz (Ektomykorrhiza) mit vielen Laubbaumarten: Buche, Eiche, Hainbuche, Edelkastanie, Linde, Hasel. Wächst in Laub- und Mischwäldern an warmen und sonnigen Standorten; bevorzugt auf kalkhaltigem Boden, laut einigen Beschreibungen jedoch auch auf saurem Boden.

Womit kann man Wurzelnder Bitter-Röhrling verwechseln?

Die am häufigsten genannten Doppelgänger sind: Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis). Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal – zeig den Pilz im Zweifel Fachleuten.

Ist Wurzelnder Bitter-Röhrling geschützt?

Ja, es ist eine in Polen geschützte Art – lass sie im Wald und mach nur ein Foto.

In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.