Beschreibung
Der Hasenröhrling ist ein kleiner, poriger Pilz mit einem rost- oder kastanienbraunen Hut (3–10 cm), der bei jungen Exemplaren wildlederartig ist und bei trockenem Wetter in kleine Felder aufreißt. Darunter hat er kleine, weiße Röhren und Poren, die im Alter gelb werden, sich aber beim Schneiden nicht blau verfärben. Der Stiel ist rotbraun und weist im Schnitt meist hohle Kammern im Inneren auf.
Er wächst von Juli bis Oktober, meist einzeln oder in kleinen Gruppen, unter Eichen in Laubwäldern auf sandigen, sauren Böden. In Polen ist er selten und steht auf der Roten Liste der Pilze (Status R), weshalb er am besten sparsam gesammelt wird, wobei kleinere Exemplare stehen gelassen werden.
In älterer Literatur wurde er vorsichtiger bewertet, und die ähnliche Art G. ammophilus gilt als giftig. Sammeln Sie nur Exemplare, die Sie mit absoluter Sicherheit erkennen.
Bestimmungsmerkmale
- Hut
- Durchmesser 3–10 cm. Junge Exemplare gewölbt, reife flach oder kissenförmig. Farbe hell- bis rostbraun, kastanienbraun, im Alter dunkler. Huthaut anfangs wildlederartig, später kahl; bei trockenem Wetter reißt sie in kleine Felder auf.
- Hymenophor (Hutunterseite)
- Röhren anfangs weiß, dann gelblich, verfärben sich beim Schneiden nicht blau; frei vom Stiel (nicht verwachsen). Poren klein, rund, weiß, dann gelb; dunkeln beim Drücken leicht nach.
- Stiel
- Unregelmäßig zylindrisch, verschieden gebogen, in einer Farbe ähnlich dem Hut (rotbraun), manchmal an der Spitze blasser. Oberfläche kahl, trocken, kann einreißen. Im Inneren anfangs voll, dann schwammig, schließlich hohl oder mit mehreren Kammern unterschiedlicher Größe. Kein Ring und kein Netz.
- Fleisch
- Weiß, ändert beim Schneiden die Farbe nicht; jung fest und hart, bei älteren Exemplaren brüchig. Geschmack unbedeutend, Geruch unauffällig.
- Sporenpulver und Sporen
- Sporenpulver blassgelb (stohfarben). Sporen eiförmig, glatt, fast farblos; Größe 7–10 × 4–6 µm.
Lebensraum und Verbreitung
Ökologie. Mykorrhizapilz (Ektomykorrhiza), hauptsächlich mit Eichen (Quercus); in Neuseeland mit Leptospermum. Bevorzugt sandige und saure Böden, meidet kalkhaltige Böden.
Verbreitung. Selten in Polen; auf der Roten Liste der Pflanzen und Pilze Polens (2006) hat er den Status R (selten, potenziell gefährdet aufgrund eines begrenzten geografischen Verbreitungsgebiets und kleiner Habitatflächen). In Polen nicht artgeschützt. Kommt in Europa (auch in Großbritannien), im östlichen Nordamerika, in Asien (Taiwan) und Neuseeland vor; er steht unter anderem auf den Roten Listen von Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden, Schweden und Finnland. Wächst einzeln oder in kleinen Gruppen in Laubwäldern.
Fruchtkörperbildung. Von Juli bis Oktober.
Womit kann man ihn verwechseln?
- Gyroporus ammophilus — Eine fast identische Art, die als giftig gilt, manchmal als Varietät von G. castaneus betrachtet wird; im Katalog erscheint sie als Synonym von G. castaneus. Detaillierte Unterschiede – keine Daten.
- Gyroporus cyanescens (Kornblumen-Röhrling) — Blasser, strohgelber Hut und intensive Blaufärbung bei Beschädigung; der Hasenröhrling hat einen braunen Hut und verfärbt sich nicht blau.
- Röhrlinge (Boletus, Xerocomus und andere) — Einigen Beschreibungen zufolge kann er mit keinem anderen Röhrling verwechselt werden; bei echten Röhrlingen ist das Sporenpulver olivbraun und die Röhren sind mit dem Stiel verwachsen.
Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.
Wissenswertes
- In Deutschland trägt die Art den volkstümlichen Namen Hasen-Röhrling, da die samtige, bräunliche Hutoberfläche an das Fell eines Feldhasen erinnert.
- Der Hasen-Röhrling gilt in Deutschland als selten und wird auf der bundesweiten Roten Liste gefährdeter Großpilze geführt, da seine bevorzugten warmen Standorte auf sauren Sandböden rar sind.
- In deutschen Wäldern kommt es gelegentlich zu Verwechslungen mit dem Gallenröhrling, von dem sich der Hasen-Röhrling jedoch durch seinen charakteristisch gekammert-hohlen Stiel unterscheidet.
Häufige Fragen
Wann wächst Hasenröhrling?
Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: August – September; die meisten Funde fallen in August.
Wo wächst Hasenröhrling?
Mykorrhizapilz (Ektomykorrhiza), hauptsächlich mit Eichen (*Quercus*); in Neuseeland mit *Leptospermum*. Bevorzugt sandige und saure Böden, meidet kalkhaltige Böden.
In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.