Ein Mykologe vergleicht einen Steinpilz mit den Abbildungen in einem Pilzatlas, während die Expertin erklärt

Grünling

Tricholoma equestre · Familie Tricholomataceae · weitere Namen: Echter Ritterling

⚠ Giftig
Giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.

Beschreibung

Der Grünling ist ein mittelgroßer Pilz mit einem 4–10 cm breiten Hut, gelbgrün oder gelbbraun, in der Mitte dunkler, schleimig und oft mit Sand bedeckt. Lamellen und Stiel sind gelb, das Fleisch weiß, mit dem Geruch von frischem Mehl. Er hat keinen Ring und keine Volva.

Er wächst von Oktober bis Dezember in Kiefernwäldern auf sandigem Boden, meist in Gruppen. Nur ein Teil des Hutes ragt aus der Streu hervor, da sich der größte Teil des Fruchtkörpers unterirdisch entwickelt.

Aufgrund von Vergiftungen, darunter tödlichen, stuft die App ihn als giftig ein und empfiehlt das Sammeln nicht. Junge Exemplare werden manchmal mit dem Grünen Knollenblätterpilz verwechselt, daher muss bei jedem grünlichen Pilz die Stielbasis überprüft werden.

Bestimmungsmerkmale

Hut
Durchmesser 4–10 cm (Beschreibungen geben auch 5–15 cm an); jung kegelig-wölbt, später flach, oft gewellt. Farbe gelbgrün oder gelbbraun, in der Mitte dunkler. Hutaut kahl oder fein geschuppt, schmierig (oft mit Sandkörnern bedeckt), bei Nässe schleimig, abziehbar.
Hymenophor (Hutunterseite)
Lamellen von blassgelb bis schwefelgelb, mäßig gedrängt (Beschreibungen geben auch an: dünn, gedrängt), dünn, mit Zahn ausgerandet, an der Basis breit angewachsen.
Stiel
Länge 3–9 cm (Beschreibungen geben auch 4–10 cm an), Dicke bis zu 3 cm (Beschreibungen geben auch 1–2 cm an), zylindrisch, vollfleischig; Oberfläche erst mit Längsfasern, dann glatt, gelb oder gelbgrün, an der Basis bräunlich werdend. Kein Ring und keine Knolle.
Fleisch
Fest, brüchig, weiß, verfärbt sich beim Schneiden nicht. Geschmack süßlich-nussig, Geruch nach frisch gemahlenem Mehl. Nicht kosten.
Sporenpulver und Sporen
Sporenpulver weiß. Sporen eiförmig, glatt, farblos, 6–8 × 3,5–5 µm.

Lebensraum und Verbreitung

Ökologie. Bodenbewohnender Mykorrhizapilz, in Europa mit Kiefern vergesellschaftet. Wächst in Kiefernwäldern auf sandigem Boden, mit vielen Flechten, fast immer in Gruppen, manchmal zusammen mit dem Erd-Ritterling (Tricholoma portentosum, auch unter dem Namen „gąska niekształtna“). Der Fruchtkörper entwickelt sich fast vollständig unterirdisch.

Verbreitung. Weit verbreitet in Europa und Nordamerika, auch aus Japan, Costa Rica und Afrika gemeldet; reichlich vorhanden u. a. in Frankreich und im zentralen Portugal. In Polen lokal häufig; schwer zu finden, da nur ein Teil des Hutes aus der Streu ragt. Auf der Roten Liste der Pflanzen und Pilze Polens (2006): Kategorie I (ungenügend bekannt / Gefährdung unbestimmt). In Polen nicht gesetzlich geschützt (Dz.U. 2014 Position 1408); in einigen Ländern (Deutschland, Niederlande, Slowakei) steht er auf den Roten Listen gefährdeter Arten, und wo er gefährdet ist, ist das Sammeln verboten. Er steht auf der polnischen Liste der zum Verkauf zugelassenen Pilze (Gesundheitsministerium, Position 11), obwohl er in der App als giftig eingestuft wird.

Fruchtkörperbildung. Von Oktober bis Dezember.

Womit kann man ihn verwechseln?

  • Tricholoma sulphureum (Schwefel-Ritterling) — Fleisch gelb, Lamellen weit auseinanderstehend, unangenehmer Geruch nach Leuchtgas oder Karbid; der Grünling hat weißes Fleisch, gedrängtere Lamellen und einen mehlartigen Geruch.
  • Tricholoma sejunctum (Grünlicher Schimm-Ritterling) — Hut olivgrauer, kommt hauptsächlich in Laubwäldern vor.
  • Amanita phalloides (Grüner Knollenblätterpilz) — Tödlich giftig; insbesondere junge Exemplare sind ähnlich. Der Grüne Knollenblätterpilz hat eine Volva an der Stielbasis, einen Ring, freie weiße Lamellen und einen längeren Stiel; der Grünling hat weder Ring noch Volva.
  • Tricholoma frondosae, T. auratum, T. aestuans, T. intermedium — Als ähnlich aufgeführt; detaillierte Unterschiede: keine Daten.
  • Floccularia luteovirens, F. albolanaripes — Als ähnlich aufgeführt; detaillierte Unterschiede: keine Daten.

Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.

Wissenswertes

  • In Deutschland ist der Grünling vor allem in den sandigen Kiefernwäldern des nord- und ostdeutschen Tieflands verbreitet, während er in südlicheren Regionen nur selten vorkommt.
  • Auf der bundesweiten Roten Liste der Großpilze Deutschlands wird die Art als gefährdet eingestuft, da ihre bevorzugten nährstoffarmen Sandböden schwinden.
  • In deutschen Nadelwäldern wird die Art gelegentlich mit dem Schwefel-Ritterling verwechselt, der eine ähnlich gelbe Färbung aufweist, sich aber durch einen stechenden Geruch unterscheidet.
Gribo beurteilt keine Essbarkeit. Eine Bestimmung per Foto – auch in der App – ersetzt keine Pilzsachverständigen.

Doppelgänger: Grünling und ähnliche Arten

Häufige Fragen

Wann wächst Grünling?

Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: September – November; die meisten Funde fallen in Oktober.

Wo wächst Grünling?

Bodenbewohnender Mykorrhizapilz, in Europa mit Kiefern vergesellschaftet. Wächst in Kiefernwäldern auf sandigem Boden, mit vielen Flechten, fast immer in Gruppen, manchmal zusammen mit dem Erd-Ritterling (*Tricholoma portentosum*, auch unter dem Namen „gąska niekształtna“). Der Fruchtkörper entwickelt sich fast vollständig unterirdisch.

Womit kann man Grünling verwechseln?

Die am häufigsten genannten Doppelgänger sind: Schwarzfaseriger Ritterling (Tricholoma portentosum). Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal – zeig den Pilz im Zweifel Fachleuten.

Ist Grünling giftig?

Ja – ein giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.

In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.