
Beschreibung
Die Riesen-Lorchel (Discina gigas) ist ein Frühjahrspilz mit einem gehirnartig, wellig gefalteten Kopf von 5–15 cm Durchmesser, in Farben von blass olivgelb bis ockerfarben, mit der Zeit nachdunkelnd. Der Stiel ist weiß oder blass ockerfarben, dick, kurz, gefurcht und innen hohl. Der gesamte Fruchtkörper ist brüchig und wachsartig.
Sie wächst von März bis Mai in feuchten Laubwäldern, besonders unter Birken und Hainbuchen, sowie in Fichtenwäldern, auf morschem Holz und im Boden vergrabener Rinde.
Sie sieht der sehr giftigen Frühjahrs-Lorchel ähnlich und wird manchmal mit einer Morchel verwechselt. Es gibt kein einfaches Merkmal, um sie im Gelände zu erkennen, daher darf sie nicht zum Verzehr gesammelt werden. Nur die mikroskopische Untersuchung der Sporen unterscheidet sie sicher.
Bestimmungsmerkmale
- Hut
- Der Fruchtkörper ist ein „Kopf“ von 5–15 cm Durchmesser (nach manchen Beschreibungen bis etwa 10 cm breit und 6 cm hoch), unregelmäßig, wellig oder gehirnartig gefaltet, mit Lappen, die dem Stielansatz anliegen oder mit ihm verwachsen sind. Farbe von blass olivgelb bis ockergelb, mit dem Alter nachdunkelnd. Innen hohl und weißlich.
- Hymenophor (Hutunterseite)
- Keine Lamellen oder Röhren; die sporentragende Schicht (Hymenium) bedeckt die Oberfläche des gefalteten Kopfes, wie bei anderen Schlauchpilzen. Einzelheiten des Aufbaus – keine Angaben.
- Stiel
- Weiß oder blass ockerfarben; dick, relativ kurz, zur Basis hin verjüngt, seltener leicht knollig, wellig gefurcht, glatt, gekammert und innen hohl. Länge 1/5–1/4 der Höhe des Kopfes, oft so breit wie dieser; er geht fließend in den Kopf über.
- Fleisch
- Weiß, wachsartig, sehr brüchig; Geschmack mild, kein Geruch. Nicht probieren.
- Sporenpulver und Sporen
- Sporenpulver weiß. Sporen ellipsoid, fein warzig, an den Enden verdickt, 18–24 × 8–10 µm. Bei der Gyromitra esculenta sind sie glatt und ohne Verdickungen an den Enden.
Lebensraum und Verbreitung
Ökologie. Wächst auf morschem Holz und im Boden vergrabener Rinde, in feuchten Laubwäldern (besonders unter Birken und Hainbuchen), auch in Fichtenwäldern.
Verbreitung. In einigen europäischen Ländern nachgewiesen; sie kommt in Polen vor. In Nordamerika wachsen sehr ähnliche, genetisch unterschiedliche Arten, Gyromitra montana und G. korfii. In Polen nicht gesetzlich geschützt; auf der Roten Liste von 2006 hat sie die Kategorie V (gefährdet). Sie steht nicht auf der Liste der vom polnischen Gesundheitsministerium für den Verkauf zugelassenen Pilze.
Fruchtkörperbildung. Von März bis Mai.
Womit kann man ihn verwechseln?
- Gyromitra esculenta (Frühjahrs-Lorchel) — Häufiger, kleiner, meist dunkler gefärbt, doch reichen diese Merkmale für eine sichere Unterscheidung nicht aus. Nur die mikroskopische Untersuchung trennt sie sicher: Die Sporen von G. esculenta sind glatt und ohne Verdickungen an den Enden. Sie enthält weit mehr Gyromitrin und ist sehr giftig.
- Morchella esculenta (Speisemorchel) — Wird manchmal mit der Morchel verwechselt; genaue Unterschiede – keine Angaben.
- Gyromitra montana (Nordamerika) — Eine sehr nahe Verwandte; sie hat größere Sporen.
- Gyromitra fastigiata — Vorsicht: ähnliche geschützte Art (in Polen teilweise geschützt), nicht im Atlas enthalten. Kopf braun, unregelmäßig gefaltet, Stiel weiß, dick und gefurcht; im Frühjahr in Laubwäldern auf Kalkboden. Lorcheln nicht pflücken.
- Gyromitra ambigua — Vorsicht: ähnliche geschützte Art (in Polen teilweise geschützt), nicht im Atlas enthalten. Der Beutel-Lorchel ähnlich, aber meist kleiner und dunkler, mit einem violetten Hauch am Stiel; im Herbst in Nadelwäldern. Lorcheln nicht pflücken.
Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.
Wissenswertes
- Die Frühjahrslorchel-Verwandte Discina gigas wird im Deutschen Riesenlorchel genannt – der Name verweist auf ihren auffallend großen, dicken und gedrungenen Fruchtkörper im Vergleich zu anderen Lorcheln.
- In Deutschland erscheint die Riesenlorchel im zeitigen Frühjahr in feuchten Laub- und Nadelwäldern, oft an vergrabenem, vermodertem Holz; sie ist hier eher selten und wird meist nur vereinzelt gefunden.
- Wegen ihres hirnartig gewundenen Huts wird sie von Sammlern leicht mit der Frühjahrslorchel oder mit Morcheln verwechselt – ein klassischer Fall, warum Lorcheln als Giftpilze gelten und von Morcheln sicher unterschieden werden müssen.
Doppelgänger: Riesen-Lorchel und ähnliche Arten


Häufige Fragen
Wann wächst Riesen-Lorchel?
Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: April – Mai; die meisten Funde fallen in Mai.
Wo wächst Riesen-Lorchel?
Wächst auf morschem Holz und im Boden vergrabener Rinde, in feuchten Laubwäldern (besonders unter Birken und Hainbuchen), auch in Fichtenwäldern.
Womit kann man Riesen-Lorchel verwechseln?
Die am häufigsten genannten Doppelgänger sind: Speisemorchel (Morchella esculenta), Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta). Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal – zeig den Pilz im Zweifel Fachleuten.
Ist Riesen-Lorchel giftig?
Ja – ein giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.
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