Ein Mykologe vergleicht einen Steinpilz mit den Abbildungen in einem Pilzatlas, während die Expertin erklärt

Gemeiner Schwefel-Ritterling

Tricholoma sulphureum · Familie Tricholomataceae

⚠ Giftig
Giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.

Beschreibung

Der Gas-Ritterling ist ein mittelgroßer Pilz mit einem Hut von 3–8 cm Durchmesser, schwefelgelb oder olivgelb, in der Mitte dunkler. Er hat ziemlich dicke, weit stehende, hellgelbe Lamellen und gelbes Fleisch. Der Stiel ist schwefelgelb mit rostbraunen Fibrillen, ohne Ring. Am leichtesten ist er an seinem abstoßenden Geruch zu erkennen, der an Leuchtgas oder Karbid erinnert.

Er wächst von August bis November in Laub- und Mischwäldern, oft unter Kiefern und Buchen, auf dem Boden zwischen Gräsern und Zweigen. In Polen ist er recht häufig.

Er wird manchmal mit dem Grünling verwechselt, hat jedoch gelbes Fleisch, weiter stehende Lamellen und einen ekelhaften Geruch. Roh enthält er blutauflösenden Substanzen und ist nach dem Kochen wegen seines unangenehmen Geschmacks ungenießbar.

Bestimmungsmerkmale

Hut
Durchmesser 3–8 cm; jung kegelig-konvex, später flach, mit einem unscheinbaren kleinen Buckel. Rand scharf, Oberfläche kahl oder fein schuppig, bei Nässe schmierig. Farbe schwefelgelb, olivgelb, stellenweise rotbraun; Mitte dunkler, sehr zart mit purpurnen Flöckchen bedeckt.
Hymenophor (Hutunterseite)
Lamellen hellgelb, ziemlich dick, weit stehend, mit Zahn ausgerandet (nach manchen Beschreibungen angewachsen oder ausgebuchtet). Die weit stehenden Lamellen sind ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung der Art vom Grünling.
Stiel
Höhe 4–10 cm, Dicke bis 2 cm, zylindrisch oder keulenförmig; anfangs vollfleischig, später hohl, schwefelgelb, mit rostbraunen Fibrillen bedeckt, an der Basis weißlich und behaart. Kein Ring.
Fleisch
Gelb. Geruch unangenehm, wie Karbid oder Leuchtgas (nach einigen Beschreibungen Skatol; wird auch als süßlich, faulig beschrieben); Geschmack bitter. Nicht kosten.
Sporenpulver und Sporen
Sporenpulver weiß. Sporen recht groß, eiförmig, glatt, farblos, 9–12 × 5–7 µm.

Lebensraum und Verbreitung

Ökologie. Bodenbewohnender Mykorrhizapilz; wächst auf dem Boden zwischen Gräsern und herabgefallenen Zweigen in Laub- (besonders Buchen) und Mischwäldern, oft unter Kiefern, ohne besondere Boden-pH-Ansprüche; in Nordamerika auch unter Nadelbäumen.

Verbreitung. Europa und Nordamerika, auch in China nachgewiesen. In Mitteleuropa verbreitet, aber verstreut; in Polen recht häufig. In der Türkei gilt er als vom Aussterben bedroht. In Polen nicht gesetzlich geschützt.

Fruchtkörperbildung. Von August bis November (Beschreibungen geben auch an: vom Frühjahr bis zum Herbst).

Womit kann man ihn verwechseln?

  • Tricholoma equestre (Grünling) — Weißes Fleisch, gedrängtere Lamellen, mehlartiger Geruch, klebriger Hut; der Gas-Ritterling hat gelbes Fleisch, weit stehende Lamellen und einen unangenehmen Gasgeruch. Der Grünling selbst wird in der App als giftig eingestuft.
  • Tricholoma inamoenum — Sehr ähnlich, ebenfalls mit unangenehmem Geruch; genaue Unterschiede: keine Daten.

Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.

Wissenswertes

  • In Deutschland ist der Schwefel-Ritterling von den Küsten bis in die Alpen weit verbreitet und gilt auf der bundesweiten Roten Liste als ungefährdet.
  • In deutschen Wäldern wird die Art wegen ihrer auffällig gelben Färbung gelegentlich mit dem äußerlich ähnlichen Grünling verwechselt.
  • Sein charakteristischer, an Karbid oder Leuchtgas erinnernder Gestank trug ihm in Deutschland regional den volkstümlichen Namen Gas-Ritterling ein.
Gribo beurteilt keine Essbarkeit. Eine Bestimmung per Foto – auch in der App – ersetzt keine Pilzsachverständigen.

Doppelgänger: Gemeiner Schwefel-Ritterling und ähnliche Arten

Häufige Fragen

Wann wächst Gemeiner Schwefel-Ritterling?

Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: August – Oktober; die meisten Funde fallen in September.

Wo wächst Gemeiner Schwefel-Ritterling?

Bodenbewohnender Mykorrhizapilz; wächst auf dem Boden zwischen Gräsern und herabgefallenen Zweigen in Laub- (besonders Buchen) und Mischwäldern, oft unter Kiefern, ohne besondere Boden-pH-Ansprüche; in Nordamerika auch unter Nadelbäumen.

Womit kann man Gemeiner Schwefel-Ritterling verwechseln?

Die am häufigsten genannten Doppelgänger sind: Grünling (Tricholoma equestre). Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal – zeig den Pilz im Zweifel Fachleuten.

Ist Gemeiner Schwefel-Ritterling giftig?

Ja – ein giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.

In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.