
Beschreibung
Die Bischofsmütze hat einen dunkel kastanien- oder rotbraunen, unregelmäßig gefalteten, sattelförmigen Kopf mit zwei, manchmal drei oder vier spitzen, aufgerichteten Lappen. Sie ist meist 3–9 cm breit und innen hohl. Der Stiel ist weiß oder hellbraun, hohl und ohne Ring. Das Fleisch ist dünn und brüchig, ohne ausgeprägten Geruch.
Sie wächst einzeln auf faulendem Nadelholz und auf Baumstümpfen, manchmal auf verdichtetem Boden an Straßen. Sie erscheint im Spätsommer und Herbst, häufiger in den Bergen. In Polen ist sie selten und steht auf der Roten Liste (Kategorie V, gefährdet).
Sie kann verwechselt werden mit der Frühjahrs-Giftlorchel (die im Frühling wächst und einen gehirnartigen Kopf hat), mit Lorcheln der Gattung Helvella und mit echten Morcheln. Sie gilt als tödlich giftig: nicht pflücken und in keiner Form essen.
Bestimmungsmerkmale
- Hut
- Eigentlich ein Kopf (ein schlauchtragender Fruchtkörper, Apothecium), sattelförmig, unregelmäßig gefaltet, mit 2–4 (meist 2) aufwärts gebogenen, spitzen Lappen, die ihm das Aussehen einer Infula verleihen. Der Kopf ist etwa 2,5–9 cm breit und hoch. Farbe dunkel kastanienbraun, rötlich braun bis orangebraun; die Oberfläche hat oft schwarzbraune Flecken. Das Innere ist gekammert oder hohl. Der gesamte Fruchtkörper (Kopf mit Stiel) ist meist klein und erreicht unter günstigen Bedingungen bis zu 20 cm Höhe.
- Hymenophor (Hutunterseite)
- Das Hymenium (sporentragende Schicht) bedeckt die Außenseite des Kopfes; es gibt keine Lamellen, Röhren oder Stacheln. Weil das Hymenium länger wächst als der mit dem Stiel verwachsene Rand des Kopfes, bildet es Falten und Polster.
- Stiel
- Etwa 2–8 cm hoch und 1–2,5 cm dick, unter günstigen Bedingungen länger. Weiß oder hellbraun, in manchen Beschreibungen mit rötlich brauner oder bläulicher Tönung, meist heller als der Kopf. Die Oberfläche ist fein wollig oder glatt; die Form ist durchgehend gleich dick, manchmal abgeflacht, oben verdickt und an der Basis gefaltet und verschmälert. Jung voll, später gekammert und hohl. Kein Ring.
- Fleisch
- Weiß bis bräunlich, dünn (1–2 mm im Kopf), brüchig. Geruch und Geschmack unauffällig. Das Fleisch nicht probieren.
- Sporenpulver und Sporen
- Sporen länglich-elliptisch, glatt, dünnwandig, farblos, mit zwei großen Öltropfen an den Enden, 17–24 × 7–9 µm (die Beschreibungen geben unterschiedliche Bereiche an). Farbe des Sporenpulvers: keine Daten.
Lebensraum und Verbreitung
Ökologie. Saprotroph, wächst auf faulendem Nadelholz (Baumstümpfe, Fallholz), auch auf verdichtetem Boden, z. B. an Straßen und auf Campingplätzen. In Nordamerika ist sie mit vielen Nadelbaumarten (Fichten, Kiefern, Tannen, Lärchen, Hemlocktannen, Douglasie) und einigen Laubbäumen (Pappeln, Ahorne, Erlen, Birken) verbunden.
Verbreitung. Nordhalbkugel: Nordamerika (von Kanada bis Mexiko), Europa, Asien; nach manchen Beschreibungen auch Südamerika. In Polen ist sie selten, in den Bergen häufiger, in Nadelwäldern, meist einzeln wachsend. Auf der Roten Liste von 2006 hat sie die Kategorie V (gefährdet). Sie ist in Polen nicht gesetzlich geschützt; sie steht nicht auf der Liste der zum Verkauf zugelassenen Pilze.
Fruchtkörperbildung. Spätsommer und Herbst.
Womit kann man ihn verwechseln?
- Gyromitra esculenta (Frühjahrs-Giftlorchel) — Kopf in seinen Falten gehirnartig, nicht sattelförmig mit scharfen Lappen; die Fruchtkörper erscheinen im zeitigen Frühjahr, nicht im Herbst. Ebenfalls tödlich giftig, wenn gegessen.
- Gyromitra ambigua (Zwischenlorchel) — Makroskopisch fast nicht zu unterscheiden; meist kleiner und dunkler, mit stärker ausgeprägter violetter Tönung des Stiels und größeren Sporen (etwa 22–30 µm lang). Nur die mikroskopische Untersuchung gibt Sicherheit. In Polen geschützt (Teilschutz), nicht im Atlas enthalten – nicht pflücken.
- Discina brunnea — Gedrungen, mit weißem Stiel und runzeligem Kopf, meist ohne scharfe Spitzen.
- Helvella spp., darunter Helvella crispa (Herbstlorchel) und Helvella maculata — Farben grauer, Stiel dünner und gerippt; H. maculata hat deutlich weißes Fleisch. Der sattelförmige Kopf verleitet zu Verwechslungen.
- Morchella esculenta und Morchella elata (Morcheln) — Der Kopf einer Morchel hat tiefe, regelmäßige wabenartige Gruben und ist unten am Stiel angewachsen, während die Lorchel einen sattelförmigen oder gefalteten Kopf ohne Gruben hat. Morcheln wachsen im Frühling.
- Gyromitra fastigiata — Vorsicht: ähnliche geschützte Art (Teilschutz in Polen), nicht im Atlas enthalten. Kopf braun, unregelmäßig gefaltet, Stiel weiß, dick und gefurcht; im Frühling in Laubwäldern auf kalkhaltigen Böden. Lorcheln nicht pflücken.
Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal. Wenn du nicht sicher bist – nicht sammeln; zeig den Pilz einer qualifizierten Pilzberatung.
Wissenswertes
- Im Deutschen heißt der Pilz Bischofsmütze oder Gemeine Bischofsmütze; der Name spielt auf die zweizipfelige, sattelartig gefaltete Kappe an, die an die Mitra eines Bischofs erinnert.
- Der wissenschaftliche Artname „infula“ geht auf die Infel zurück, die Kopfbinde bzw. Bischofsmütze, und passt damit zum deutschen Namen.
- In Deutschland wächst die Bischofsmütze meist auf morschem Nadelholz und Baumstümpfen und ist eher selten; sie erscheint vor allem im Spätsommer und Herbst, häufiger in den Bergregionen.
- Als Giftpilz mit Gyromitrin wird sie leicht mit der Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta) oder mit echten Lorcheln verwechselt, obwohl sie meist im Herbst und auf Holz wächst.
Doppelgänger: Bischofsmütze und ähnliche Arten




Häufige Fragen
Wann wächst Bischofsmütze?
Laut Beobachtungen in Polen (GBIF) ist die Saison: September – November; die meisten Funde fallen in Oktober.
Wo wächst Bischofsmütze?
Saprotroph, wächst auf faulendem Nadelholz (Baumstümpfe, Fallholz), auch auf verdichtetem Boden, z. B. an Straßen und auf Campingplätzen. In Nordamerika ist sie mit vielen Nadelbaumarten (Fichten, Kiefern, Tannen, Lärchen, Hemlocktannen, Douglasie) und einigen Laubbäumen (Pappeln, Ahorne, Erlen, Birken) verbunden.
Womit kann man Bischofsmütze verwechseln?
Die am häufigsten genannten Doppelgänger sind: Speisemorchel (Morchella esculenta), Hohe Morchel (Morchella elata), Herbst-Lorchel (Helvella crispa), Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta). Verlass dich nie auf ein einzelnes Merkmal – zeig den Pilz im Zweifel Fachleuten.
Ist Bischofsmütze giftig?
Ja – ein tödlich giftiger Pilz. Ruf bei Verdacht auf Vergiftung die 112 an und nimm Pilzreste mit zum Arzt.
In der Gribo-App hat diese Art außerdem ein drehbares 3D-Modell, Fotos im Quiz und Warnungen bei der Bestimmung mit der Kamera. So fängst du an.